Gärtnern ohne schmutzige Knie und kneifenden Rücken. Damit wurden Hochbeete zu dem Gartentrend schlechthin. Doch auch wenn das Grün darin buchstäblich etwas „über den Dingen steht“, ist es leider nicht gegen verschiedene Störenfriede und Plagegeister gefeit.
Tatsächlich können verschiedene Hochbeet-Realitäten solche Schädlinge sogar anlocken oder wenigstens begünstigen. Wir zeigen dir, wer hierzulande deine Blütenpracht und Ernte im Hochbeet bedroht – und wie du ihn loswirst.
Nacktschnecken
Natürlich, die Nacktschnecke. Hierzulande vor allem in Form der spanischen Weinbergschnecke auftretend, ist sie eine große und sehr gefräßige Gefahr insbesondere für Salat, Kohlrabi, Bohnen und Erdbeeren; speziell als zarte Jungpflanzen.
Besonders gefährlich sind die schleimigen Störenfriede, weil lockerer Hochbeetboden ihr Tun erleichtert und gerade das hier so einfache Wässern sie anlockt, denn Nacktschnecken lieben feuchte Umgebungen.
So hältst du sie von vornherein ab
Nacktschnecken klettern eher außen an Hochbeeten hoch, statt sich darin hochzugraben, wobei sie das aber ebenfalls können. Daher solltest du folgende Strategien verfolgen:
- Hochbeetboden mit sehr engmaschigem, lückenfreiem Lochgitter ausgelegt.
- Hochbeet ganz ohne Bodenkontakt; das hat allerdings verschiedene eigene Nachteile.
- Schneckenzäune außen ums Hochbeet; idealerweise mindestens zwei Reihen.
- Morgens statt abends gießen (Nacktschnecken sind nachtaktiv, zudem bleibt dann der Boden länger feucht und somit attraktiv).
So kannst du sie beseitigen
- Gezieltes Absammeln, am besten spätabends, inklusive Abtransport.
- Einsatz von Eisen-III-Phosphat-Schneckenkorn (gibt es auch in Bio-zugelassen).
Engerlinge
Einen Nacktschneckenbefall bemerkst du wenigstens am nächsten Morgen. Die Gruppe der Engerlinge hingegen kann teilweisejahrelang im Erdreich „lauern“und deshalb sogar bei der Hochbeetbefüllung unbemerkt eingebracht werden. Da sie obendrein hauptsächlich Wurzeln abfressen, bleiben sie oft so lange unerkannt, bis selbst kräftige Salate, Erdbeeren und andere flachwurzelnde Gemüsepflanzen die Köpfe hängen lassen.
So hältst du sie von vornherein ab
Engerlinge werden im Hochbeet meist durch eingebrachte Erde bzw. Kompost als Eier verschleppt oder wenn ihre Elterntiere sich bei Bodenkontakt hochgraben. Zudem legen die Käfer gezielt in offenen, lockeren Boden. Deine Abwehrstrategie sieht daher folgendermaßen aus:
- Hochbeetboden mit sehr engmaschigem, lückenfreiem Lochgitter ausgelegt.
- Hochbeet ganz ohne Bodenkontakt; das hat allerdings verschiedene eigene Nachteile.
- Erde / Humus vor dem Einbringen gründlich sieben, um wenigstens Larven zu entdecken (die Eier sind zu klein).
- Nur reifen, mehrfach umgesetzten Kompost einbringen, keine nur halb verrottete Masse.
- Hochbeet komplett mit Vlies bedecken, sodass nur die Pflanzen herausschauen (nur nötig bei sehr starkem Befall).
So kannst du sie beseitigen
- Hochbeetboden im Frühjahr und Sommer regelmäßig bis zirka 20 cm Tiefe auflockern / umgraben, um die Tiere hochzuholen.
- Trockenen Kaffeesatz großflächig ausbringen, jedoch nicht zu dicht und mit etwas Abstand zu den Pflanzen.
- Einbringen von Nematoden (Fadenwürmer aus dem Spezialhandel) per Gießwasser; diese töten die Larven.
Ameisen
Ameisen sind für Pflanzen nicht aufgrund ihrer Gefräßigkeit gefährlich, dennoch können sie ähnlichen Schaden anrichten wie Nacktschnecke und Co. Denn die Insekten unterhöhlen lockere Erde, legen verzweigte Nester an und trocknen dadurch Wurzelbereiche aus.
Außerdem „halten“ Ameisen sich buchstäblich Blattläuse und pflegen sie als Schutz vor Fressfeinden und Nahrungsquelle. Blattläuse wiederum saugen insbesondere Salate, Paprika, Tomaten und generell junge Gemüsepflanzen aus. Ergo: Eine brandgefährliches Duo, das Hochbeete besonders liebt, weil deren Inhalt meist lockerer, trockener und wärmer als das umgebende Erdreich ist.
So hältst du sie von vornherein ab
Mechanisch lassen sich Ameisen praktisch nicht abhalten; dazu sind sie einfach zu klein und kletterfähig und gelangen noch durch kleinste Spalte zwischen Schraubenkopf und Bohrloch. Aber sie mögen es trocken und ruhig. Wenn du Ihnen das dauerhaft nimmst, hast du gute Chancen auf Abschreckung:
- Auf stets gleichbleibende Mindestfeuchte des Erdreichs achten; Austrocknungen (auch wo nichts sitzt) konsequent vermeiden. Das ist die mit Abstand wirksamste Taktik.
- Keine direkt verwertbaren organischen Abfälle (etwa aus der Küche) im Hochbeet ausbringen; erst gründlich kompostieren.
- Beim Befüllen des Hochbeets Hohlräume konsequent vermeiden; auch wenn es beim oft angeratenen Einsatz von Astschnitt schwierig sein mag.
- Pflanzen täglich nach Blattläusen absuchen und bei Entdeckung (selbst kleinster Mengen) sofort mit maximalem Einsatz bekämpfen.
So kannst du sie beseitigen
- Nester mehrfach gründlich und großzügig wässern, um die Kolonie zu einer Umsiedlung zu provozieren.
- Mechanisches Auflockern und somit Stören von Nestbereichen; abermals, um Wegzug zu verursachen.
- Ansiedeln von Marienkäfern (angelockt durch Ringelblumen, Kräuter, Doldenblütler und allgemein wilde Ecken rund ums Hochbeet); die Käfer fressen Blattläuse und vertreiben somit Ameisenkolonien.
Raupen
Schmetterlinge mögen in jedem Garten ein gerngesehener Anblick sein. Zumindest wenn du in deinem Hochbeet Kohlgemüse züchten willst, solltest du die Fluginsekten jedoch eher kritisch sehen und vom Beet fernhalten, ganz besonders den leicht erkennbaren Kohlweißling.
Die Schmetterlinge selbst tun deinen Pflanzen nichts. Aber sie legen Eier auf die Blattunterseiten, aus denen nach wenigen Tagen Raupen schlüpfen, die wiederum die Blätter fressen und somit eines der wichtigsten Teile jeder Pflanze. Heißt für dich: Wenn du den Kohlweißling siehst, ist der Zeitpunkt zum Handeln schon da, und zwar vom April bis in den September.
So hältst du sie von vornherein ab
Wo der Kohlweißling nicht landen kann, kann er keine Eier ablegen. Deine wirksamste Waffe überhaupt ist also mechanisches Abhalten:
- Engmaschige, lückenlose Gemüseschutznetze über das gesamte Hochbeet spannen.
- Kohlpflanzen rings um die Blätter (dennoch) täglich auf Eiablage kontrollieren (sehen aus wie gelblich-orange Mini-Reiskörner).
- Monokulturen vermeiden, weil diese das Nahrungsangebot vermindern und Nützlinge anlocken.
So kannst du sie beseitigen
- Eier mit Hilfsmittel abkratzen, nicht bloß abklopfen. Befallene Blätter gänzlich abtrennen und entsorgen.
- Bio-Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis ausbringen; das Bakterium tötet die Raupen.
- Bei starkem Befall Kohlweißlings-Schlupfwespen kaufen und ansiedeln.
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