Wer regelmäßig seinen Garten bewässert, merkt schnell, dass unüberlegte Lösungen oft nur vorübergehend Wirkung zeigen. Eine einzelne Regentonne kann für kleine Flächen und kurze Trockenperioden ausreichen. Sobald jedoch Beete, Rasenflächen, Hecken oder Pflanzen im Gemüsegarten kontinuierliche Bewässerung benötigen, wird die Menge des benötigten Wassers zum entscheidenden Faktor. Hier stellt sich nicht nur die Frage, ob Regenwasser sinnvoll genutzt werden kann, sondern auch, welche Speicherlösung am besten zum jeweiligen Grundstück, zum Wasserverbrauch und zur Einbausituation passt.
Der Wasserbedarf ist entscheidend für die richtige Größe des Speichers
Viele Fehlentscheidungen entstehen bereits durch eine ungenaue Einschätzung des tatsächlichen Wasserverbrauchs. Ein kleiner Ziergarten hat andere Anforderungen als ein großes Grundstück mit Rasenflächen, Hochbeeten und Pflanzenzonen, die viel Wasser benötigen. Zudem spielt die Methode der Bewässerung eine wesentliche Rolle. Wer mit der Gießkanne arbeitet, hat einen anderen Verbrauch als jemand, der mit einem Schlauch, Sprinkler oder Tropfbewässerungssystem arbeitet.
Deshalb ist es wichtig, zunächst den eigenen Wasserbedarf zu ermitteln. Wie viel Fläche muss regelmäßig versorgt werden? Wo sind in Dürrezeiten die größten Wasserbedarfe? Und zu allerletzt: wie lange soll der Speicher ohne nennenswerten Regen auskommen? Erst dann kann entschieden werden, ob eine oberirdische Lösung reicht oder ob nicht doch ein größeres unterirdisches Speichervolumen anzuraten ist. Betonzisternen für den Regenwasserauffang werden dann interessant, wenn es nicht nur um gelegentliche Gießgänge geht, sondern um eine planbare und längere Nutzung der Gartenbewässerung.
Wer zu klein plant, hat zwar eine theoretische Lösung, aber keinen praktischen Nutzen. Der Speicher ist viel zu schnell leer und wieder wird mit Leitungswasser gegossen. Wer viel zu groß plant, der bindet unnötig viel Geld und Fläche. Die richtige Größe ergibt sich also nicht aus einem Normalwert, sondern aus der eigenen Nutzung und dem Profil des Grundstücks.
Grundstücksfläche und Dachfläche in Beziehung setzen
Nur der Verbrauch ist nicht entscheidend. Auch wie viel Niederschlagswasser überhaupt gesammelt werden kann, ist wichtig. Die Dachfläche ist die Sammelstelle. Je größer die angeschlossene Fläche, desto mehr Wasser kann bei Niederschlag in den Speicher gelangen. Eine große Zisterne nützt dagegen wenig, wenn nur eine kleine Fläche angeschlossen ist und damit der Zufluss stark beschränkt ist.
Für die Praxis heißt das. Verbrauchsseite und Zuflussseite müssen zueinander passen. Ein größeres Grundstück mit viel Bewässerungsbedarf braucht nicht automatisch die größte Zisterne, wenn auf dem Grundstück wenig nachgespeist wird. Andersherum kann auf einem mittelgroßen Grundstück die Regenwasserverwendung bei entsprechend großer Dachfläche auch recht leistungsfähig werden.
Material und Einbau entscheiden über Langzeitbetrieb
Bei der Auswahl wird häufig zuerst auf das Volumen geschaut. Das ist zu wenig. Material, Einbautiefe, Belastbarkeit entscheiden darüber, wie gut die Lösung auf lange Sicht funktioniert. Oberirdische Speicher sind billiger und schneller zu erstellen, stoßen aber bei Volumen, Optik und Frostschutz sehr viel schneller an Grenzen. Unterirdische Speicher brauchen mehr Planungsaufwand, bieten dafür in der Regel mehr Volumen und eine festere Eingliederung ins Grundstück.
Beton kommt dabei in erster Linie in Frage, wenn eine hohe Stabilität, dauerhafte Benutzbarkeit und größere Speichermengen gefragt sind. Solche Speicher sind vor allem für Grundstücke geeignet, auf denen die Regenwasserbenutzung nicht nur als Zusatz gedacht ist, sondern fester Bestandteil der Gartenbewässerung wird. Dabei sind Tragfähigkeit, Einbaubedingungen und die Frage, ob die Fläche später belastet oder anderweitig genutzt werden soll, entscheidend.
Aber auch Wartung und Zugänglichkeit spielen eine Rolle. Ein Speicher braucht nicht täglich betreut werden, doch müssen Filter, Zuläufe, technische Bauteile kontrollierbar bleiben. Eine Lösung, die auf dem Papier Vorteile hat, im Alltag aber schlecht erreichbar ist, erzeugt nur zusätzlichen Aufwand.
