Zimmerer und ihre Handwerkzeuge

Früher war so ziemlich jeder ein Zimmerer, der ein eigenes Haus hatte und konnte mal hier, mal da selbst Hand anlegen. Der Umgang mit Schmiegen & Winkelmesser war landläufig bekannt und jeder war somit seines eigenen Hauses Zimmerer. Nach und nach entwickelte sich eine eigene Handwerkszunft und die Zimmerer wurden zu einem festen Berufsstand. Das liegt sicherlich auch an den nach und nach gestiegenen Anforderungen an die Arbeitsinhalte und -Ergebnisse, denen ein Zimmerer entsprechen muss. Den Berufsstand gibt es noch immer, der moderne Zimmerer verrichtet sein Tagwerk entweder in Werkstätten und Betrieben oder auch auf der Baustelle. Sein Hauptarbeitsmaterial ist das Holz, das er ausmisst, hobelt, feilt oder sägt und so schließlich zu einem fertigen Produkt zusammenzimmert.

Die Zimmermann Ausbildung in Deutschland

Die Regelung zur Ausbildung eines Zimmerers hat sich in den letzten Jahrhunderten nicht wesentlich verändert. Noch immer besteht die Hierarchie im Handwerk aus Lehrlingen, Gesellen und Meistern.
Gemäß aktueller Handwerksordnung und dem Berufsbildungsgesetz ist der Zimmerer in Deutschland ein Ausbildungsberuf. die Ausbildung zum Zimmerer dauert drei Jahre, die sich in zwei grundlegende Stufen aufteilen: In den ersten beiden Jahren wird zunächst der Titel zum / zur Ausbaufacharbeiter/in erlangt. Erst mit dem dritten Jahr erfolgt die Weiterausbildung mit dem ziel der Ernennung zum Zimmerer.
Wie in den meisten staatlichen handwerklichen Ausbildungsgängen vollzieht sich auch die Ausbildung zum Zimmerer im Rahmen des dualen Systems. Das bedeutet, der angehende Zimmerer verbringt seine Zeit zum Teil in der Berufsschule, zum Teil in einem Ausbildungsbetrieb. Die betriebliche Ausbildung beginnt gleichwohl erst im zweiten Lehrjahr. Das Zimmererhandwerk hat in diesem Zusammenhang zwei Besonderheiten: Erstens darf der Beruf Zimmerer nach geltendem Recht nicht selbstständig ausgeübt werden. Zweitens gehören die Zimmerer zu den wenigen Handwerkszünften, in denen frischgebackene Lehrlinge noch auf die Walz gehen. Bevor sie also Hammer und Zirkel in die Hände nehmen, nehmen sie erst einmal die Beine in die Hand und entdecken die Welt. So will es die Tradition, so haben es früher viel mehr Handwerker getan. Die Walz ist eine Wanderschaft, die die Gesellen in ferne Länder streifen lässt. Wo früher die Zimmerer durch das Heimatland zogen, gehen moderne Zimmerer teilweise Tausende von Kilometern auf Reisen, um fremde Methoden und Kulturen zu sehen.

Schaffen und Arbeitsmaterial des Zimmerers

Nach der langen Reise - sofern er denn zurückkehren mag - nimmt der Zimmerer seine Arbeit auf. Diese besteht in der Regel aus der Anfertigung oder Reparatur von Holzteilen oder -Konstruktionen. Konkret heißt das, der Zimmerer fertigt oder repariert Gebäudeteile, wie Fenster, Dächer, Terrassen oder Balkone. Aber auch im Innenausbau ist der Zimmerer eine wichtige Figur im Bauwesen, dort fertigt er Treppen, Decken, Wände oder auch Verschalungen oder Dämmungen. Seine Hauptwerkzeuge sind natürlich Hämmer und Sägen, sowie auch der Hobel, das Stemmeisen, Winkel, Kreiden und Bleistifte.

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